
(Ceylon)-Zimtbaum – Cinnamomum verum J. Presl (= C. ceylanicum Blume)
Lorbeergewächse (Lauraceae)
Der Zimtbaum ist in Sri Lanka (früher Ceylon) und Indien heimisch und wird heute verbreitet in den Tropen angebaut, vor allem in Indonesien, Sri Lanka, Seychellen und Madagaskar. Die Zimtrinde ist ein sehr altes und schon im alten Ägypten, Rom und im Mittleren Osten beliebtes Gewürz. Sie stammt von den dünneren Zweigen der 6 bis 12 m hohen, immergrünen Bäume. Die in Kultur befindlichen Bäume werden wie Korbweiden kurz gehalten, damit der Stängelanteil hoch ist. Die lederigen Blätter des Baumes sind oval, sitzen gegenständig an den Zweigen und riechen nach Gewürznelken. Die kleinen, weißen Blüten bilden eichelähnliche Früchte.
Die vom Kork und den darunter liegenden Schichten befreite Rinde. Die Rinde wird mit Messern von den Stängeln abgelöst und um Rundhölzer gelegt. Dann wird mit scharfen Messern die Korkschicht und ein Teil der Außenrinde entfernt. Die verbleibende ätherisch-Öl-reiche innere Rindenschicht rollt sich dabei ein. 8 bis 10 Rindenstücke werden dann ineinander gesteckt und im Schatten getrocknet.
Zimtrinde enthält ein aromatisch riechendes ätherisches Öl („Zimtöl“) mit Zimtaldehyd als Hauptkomponente; außerdem Catechin-Gerbstoffe und Kaffeesäurederivate.
Die Qualität folgender Drogen bzw. Drogenzubereitungen ist im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) festgelegt:
Bei Appetitlosigkeit, bei dyspeptischen Beschwerden wie leichten krampfartigen Beschwerden in Magen-Darm-Bereich, bei Völlegefühl und Blähungen (Kommission E, ESCOP).
In der Diskussion ist die Blutzucker senkende Wirkung von Zimtrindenpulver oder von wässrigen Extrakten der Zimtrinde. In Tierversuchen mit Mäusen konnte eine solche antidiabetische Wirkung nachgewiesen werden, in klinischen Studien mit diabetischen Patienten ist die Datenlage dagegen nicht überzeugend. Die bisherigen Befunde reichen nicht aus, die Anwendung zur Blutzuckersenkung bei Diabetikern zu empfehlen. Trotz dieser Situation sind entsprechende Präparate im Handel, die aber keinen Arzneimittelstatus haben. Solche Präparate können als diätetische Begleitmaßnahme bei Diabetes mellitus verwendet werden, eine Dosisreduzierung der vom Arzt verordneten oralen Antidiabetika darf aber nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.
Traditionell angewendet zur Unterstützung der Verdauungsfunktion bzw. zur Besserung des Befindens bei Unwohlsein (traditionelle Anwendung nach §109a).
Fertigarzneimittel: siehe Packungsbeilage;
Teeaufguss bei dyspeptischen Beschwerden und zur Appetitanregung in Mischungen mit anderen Drogen: Tagesdosis 2 bis 4 g Zimtrinde; ätherisches Zimtöl: Tagesdosis 0,02 bis 0,2 g täglich.
Nicht gebräuchlich, allenfalls als Teemischung mit anderen Drogen, auch als Geschmackskorrigens
Ceylonzimt darf nicht mit „Chinesischem Zimt“ (Rinde des China-Zimtbaums – Cinnamomum aromaticum Nees) verwechselt werden, da dieser lebertoxisches Cumarin enthält. Bei Überempfindlichkeit gegen Zimt, Tolu- oder Perubalsam, bei Magen- und Darmgeschwüren sowie in der Schwangerschaft soll Zimtrinde nicht eingenommen werden.
Häufig allergische Haut- oder Schleimhautreaktionen, verursacht durch Zimtaldehyd, dem Hauptinhaltsstoff des ätherischen Öls. Wird Zimtrinde in größeren Mengen eingenommen kann es zum Herzrasen, Erhöhung der Atemtätigkeit und Darmperistaltik begleitet von Schweißausbruch kommen. Danach folgt eine Phase der Schläfrigkeit.
Keine bekannt
Kommission E, ESCOP, WHO (Vol. 1)
Wichtl: Teedrogen und Phytopharmaka, S. 178
Schilcher: Leitfaden Phytotherapie, S. 292
Van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen, S. 105
Kommentar zum Europäischen Arzneibuch (Zimt, Nr. 0387; Zimtöl, Nr. 1501)