
Latsche, Legföhre, Berg-Kiefer – Pinus mugo Turra
Kieferngewächse (Pinaceae)
Latschen bilden an der Waldgrenze der nördlichen Kalkalpen undurchdringliche Gürtel aus strauchigen, dickästigen Bäumen und bilden so einen effektiven Lawinenschutz. Ihre nahe am Boden liegenden Äste (Name: Legföhre) steigen am Ende bogig auf. Im Talgrund und auf Mooren werden sie bis zu 10 m hoch. Die stumpflichen Nadeln sind 2 bis 5 cm lang und stehen paarweise an Kurztrieben, die den Zweig flaschenbürstenartig ummanteln. Die Zapfen sind ei- oder kegelförmig, stehen zunächst aufrecht, später waagerecht bis leicht nach hinten abstehend.
Die Pflanze selbst wird nicht verwendet, sondern das daraus gewonnene „Latschenkiefernöl“ (auch Latschenöl). Es ist ein ätherisches Öl und wird aus den frischen, zerkleinerten Zweigen und den anhängenden Nadeln 5 bis 7 Jahre alter Bäume durch Wasserdampfdestillation gewonnen.
Latschenkiefernöl besteht aus Monoterpen-Kohlenwasserstoffen, hauptsächlich aus Pinen, Caren, Myrcen, Phellandren und Limonen.
Die Qualität des Latschenkiefernöls (Pini pumilionis aetheroleum) ist im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) festgelegt.
Äußerlich zur Behandlung rheumatischer Beschwerden (Wärmetherapie) und bei Nervenschmerzen. Zur Inhalation bei Erkältungen der Luftwege.
Latschenkiefernöl in alkoholischen Lösungen (auch Zusatz zu Franzbranntwein), Salben, Cremes und Bädern (Erkältungsbad) zur äußeren Anwendung
Fertigarzneimittel: siehe Packungsbeilage;
Äußerlich: Zur Inhalation einige Tropfen Latschenkiefernöl auf heißes Wasser geben und inhalieren. 5 g Öl als Badezusatz in ein Vollbad (35 – 38°C) geben und 10 bis 20 Min. darin baden.
Latschenkiefernöl nicht anwenden bei Bronchialasthma und Keuchhusten und nie im Bereich der Augen. Bei Säuglingen und Kleinkindern bis zu 2 Jahren Gefahr Glottiskrampf oder Atemstillstand, deswegen nicht im Gesicht auftragen
Gelegentlich Hautreizungen und Ekzeme
Keine bekannt
Keine veröffentlicht
Kommentar zum Europäischen Arzneibuch (Latschenkiefernöl, Nr. 2377)