(Wald)-Kiefer, Föhre – Pinus sylvestris L.
Kieferngewächse (Pinaceae)
Dank ihrer Genügsamkeit in Bezug auf Wasser, Boden und Klima ist die harzreiche und an Varietäten reiche Waldkiefer eine wichtige Baumart der europäischen Wälder und reicht weit nach Norden und Osten, bis nach Sibirien. Auch ist sie in höheren Berglagen der Alpen anzutreffen. Ihre schirmförmige Krone ist locker und lässt viel Licht auf die Nadeln fallen. Der Stamm wird bis 40 m hoch und ist bei den älteren Bäumen bis hoch hinauf astfrei. Typisch ist die starke Schuppenborke. Die Nadeln sind 5 bis 10 cm lang und stehen paarweise an Kurztrieben, die den Zweig flaschenbürstenartig ummanteln. Die Kiefer blüht jedes Jahr und bildet dann 2 bis 7 cm lange konische Zapfen, die alleine oder in Gruppen am Zweig hängen.
Die Pflanze selbst wird nicht verwendet, sondern das daraus gewonnene „Kiefernnadelöl“. Es ist ein ätherisches Öl und wird aus den frischen, zerkleinerten Zweigen und den anhängenden Nadeln durch Wasserdampfdestillation gewonnen.
Kiefernnadelöl besteht vorwiegend aus Monoterpen-Kohlenwasserstoffen, hauptsächlich aus Pinen, Caren und Limonen.
Die Qualität des Kiefernnadelöls (Pini silvestris aetheroleum) ist im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) festgelegt.
Innerlich bei Erkältungskrankheiten der Luftwege; äußerlich zur Behandlung rheumatischer Beschwerden (Wärmetherapie) und bei Nervenschmerzen.
Kiefernnadelöl in alkoholischen Lösungen (auch Zusatz zu Franzbranntwein), Salben, Cremes, Emulsionen, Ölen und Bädern (Erkältungsbad) zur äußeren Anwendung
Fertigarzneimittel: siehe Packungsbeilage;
Innerlich: mehrmals täglich 3 bis 4 Tropfen auf einem Stück Zucker oder in Wasser einnehmen.
Äußerlich: Zur Inhalation einige Tropfen Kiefernnadelöl auf heißes Wasser geben und inhalieren. 5 g Öl als Badezusatz in ein Vollbad (35 – 38°C) geben und 10 bis 20 Min. darin baden.
Kiefernnadelöl soll nicht angewendet werden bei Bronchialasthma und Keuchhusten und nie im Bereich der Augen. Bei Säuglingen und Kleinkindern bis zu 2 Jahren Gefahr Glottiskrampf oder Atemstillstand, deshalb nicht im Gesicht auftragen.
Gelegentlich Hautreizungen und Ekzeme
Keine bekannt
Schilcher: Leitfaden Phytotherapie, S. 148
Van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen, S. 242
Kommentar zum Europäischen Arzneibuch (Kiefernnadelöl, Nr. 1842)