
Gewürznelkenbaum – Syzygium aromaticum (L.) Merr. et L. M. Perry
Myrtengewächse (Myrtaceae)
Ursprungszentrum des Nelkenbaums ist eine vulkanische Inselkette westlich von Neu-Guinea gelegen, wo auch heute noch wilde Gewürznelkenbäume vorkommen. Von dort gelangte er auf die südlich davon gelegenen Inseln Ambon und Seram und wurde dort allmählich domestiziert. Heute wird der Gewürznelkenbaum als Nutzpflanze in vielen tropischen Ländern kultiviert. Das Artepitheton aromaticum beschreibt den intensiven, aromatischen Geruch der Blätter. Der immergrüne Nelkenbaum wird 20 m hoch, trägt ledrige, glänzende Blätter und weißlich-rosa Blüten in dreifach dreigabeligen Trugdolden.
Verwendet werden die getrockneten Blütenknospen (Caryophylli flos), allerdings hauptsächlich als Gewürz („Gewürznelken“), mit ihrem typischen Geruch, der beim Zerreiben deutlich wahrzunehmen ist. Er wird durch ein ätherisches Öl („Nelkenöl“) verursacht, das in großen Ölbehältern im Blütenknospengewebe liegt. Arzneilich genutzt wird vorwiegend das ätherische Öl (Caryophylli floris aetheroleum).
Die im Handel befindlichen Gewürznelken werden aus Madagaskar, Indonesien, Malaysia, Sansibar, Pemba, Sri Lanka und Südamerika importiert, Hauptlieferländer für das Nelkenöl sind Madagaskar, Indonesien und Tansania.
Gewürznelken enthalten ätherisches Öl („Nelkenöl“) mit seinem aromatischem Geruch nach Eugenol (Hauptkomponente), außerdem Flavonoide und Gerbstoffe. Eugenol ist im Nelkenöl zu 75 bis 85 % enthalten, außerdem enthält es Acetyleugenol, ß-Caryophyllen und andere Terpene.
Die Qualität folgender Drogen bzw. Drogenzubereitungen ist im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) festgelegt:
Arzneiliche Verwendung findet nur das Nelkenöl und das daraus isolierte Eugenol. Das HMPC hat Nelkenöl als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft (siehe „Traditionelle Anwendung“).
Kommission E: Nelkenöl wird lokal bei entzündlichen Veränderungen der Mund- und Rachenschleimhaut angewendet und in der Zahnheilkunde zur örtlichen Schmerzstillung.
Das HMPC hat Nelkenöl als traditionelles pflanzliches Arzneimittel (§ 39a AMG) eingestuft. Basierend auf langjähriger Erfahrung kann Nelkenöl zur Behandlung leichter Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut sowie zur vorübergehenden Linderung von Zahnschmerzen hervorgerufen durch Zahnlöcher.
Fertigarzneimittel: siehe Packungsbeilage;
Ansonsten mehrmals tägliche Spülungen des Mundes mit verdünnten Mundwässern; zur lokalen Schmerzstillung in der Zahnheilkunde wird Nelkenöl unverdünnt auf einem Wattebausch appliziert.
Für die Anwendung von Nelkenöl während der Schwangerschaft oder Stillzeit liegen noch keine Untersuchungen zur Unbedenklichkeit vor; dies gilt auch für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.
Unverdünnt kann Nelkenöl Gewebereizungen hervorrufen
Nicht bekannt
HMPC, Kommission E, WHO Vol. 2
Wichtl: Teedrogen und Phytopharmaka
Schilcher: Leitfaden Phytotherapie
Van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen
Kommentar zum Europäischen Arzneibuch (Gewürznelken, Nr. 0376; Nelkenöl, Nr. 1091)
Arzneipflanzenlexikon
Glossar
Ratgeber