
Arnika, Berg-Wohlverleih – Arnica montana L.
Korbblütler (Asteraceae)
Die Gattung Arnica hat ihren Verbreitungsschwerpunkt in Nordamerika, in Europa ist sie mit nur zwei Arten präsent, namentlich mit Arnica montana und A. alpina. Davon wird nur A. montana arzneilich genutzt. Sie wächst auf kalkarmen Wald- und Bergwiesen bis in hohe Berglagen Mittel-, Ost- und Nordeuropas. In alten Quellen wird die Arnika unter dem althochdeutschen Namen ‚wolvesgelegena’ erwähnt, das sich im Laufe der Zeit zu althochdeutsch ‚wulfilegia’, niederdeutsch ‚wulferley’ wandelte, woraus sich dann über niederhochdeutsch ‚woverley’ der jetzt noch gebräuchliche Namen ‚Wohlverleih’ entwickelte. So ganz sicher ist man sich aber diesbezüglich nicht. Das Artepitheton montana (lat. ‚montanus’ = Berg-) greift jedenfalls die bevorzugte Lage der Pflanze im Gebirge auf.
Arnika ist eine krautige Staude, mit einer 4- bis 6-blättrigen Rosette flach am Boden liegend. Aus deren Mitte wächst ein 20 bis 60 cm hoher, kreuzgegenständig beblätterter, behaarter Blütenstängel, an dessen Ende ein oder mehrere Blütenkörbchen mit jeweils 12 bis 20 dotter- bis orangegelben Zungenblüten und bis zu 100 gelben Röhrenblüten stehen. Blütezeit ist Juni. Wildsammlungen dieser sehr geschätzten Arzneipflanze haben die Bestände reduziert und so wurde sie unter Naturschutz gestellt. Es bedurfte großer züchterischer Anstrengungen, um Arnika auf Feldern kultivieren zu können, was inzwischen jedoch gelungen ist.
Verwendet werden die getrockneten Blütenkörbchen. Die im Handel befindliche Droge stammt zu einem geringen Anteil noch aus Wildsammlungen in Spanien und einigen Balkanländern, vorwiegend jedoch schon aus dem Feldanbau.
Arnikablüten enthalten Sesquiterpenlactone (Helenaline, Dihydrohelenaline), Flavonoide, Caffeoylchinasäuren, Polyacetylene und ätherisches Öl.
Die Qualität folgender Drogen bzw. Drogenzubereitungen ist im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) festgelegt:
Zur äußerlichen Anwendung bei Verletzungs- und Unfallfolgen, z.B. bei Hämatomen, Distorsionen, Prellungen, Quetschungen, Frakturödemen; außerdem bei rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden. Entzündungen der Schleimhäute von Mund- und Rachenraum; Furunkulose und Entzündungen als Folge von Insektenstichen; oberflächliche Venenentzündung (Kommission E); äußerlich bei Blutergüssen Verstauchungen und Entzündungen infolge von Insektenstichen; bei Mundschleimhautentzündungen, aphthenartigen Geschwüren; zur symptomatischen Behandlung von rheumatischen Beschwerden (ESCOP).
Keine Listung als traditionelles Arzneimittel (§ 109 a)
Fertigarzneimittel: siehe Packungsbeilage;
Teeaufguss: nur für eine äußerliche Anwendung in Form von Umschlägen empfohlen. Besser geeignet ist dafür jedoch Arnikatinktur, die für einen kühlenden Umschlag 3-fach mit Wasser verdünnt wird. Für Mundspülungen wird Arnikatinktur 10-fach mit Wasser verdünnt.
2 g Arnikablüten mit 100 mL heißem Wasser übergießen, 5 bis 10 Min. ziehen lassen, abseihen und erkalten lassen. Nicht einnehmen, nur äußerlich in Form von kühlenden Umschlägen!
Bei bestehenden Allergien gegen Korbblütler (Asteraceae) müssen Arnikablüten-Zubereitungen gemieden werden.
Für die Anwendung von Arnika während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern unter 12 Jahren liegen noch keine Erfahrungen zur Unbedenklichkeit vor. Vorsichtshalber ist deshalb diesem Personenkreis von einer Behandlung mit Arnikablüten abzuraten.
Bei längerer Anwendung oder auch bei geschädigter Haut können Zubereitungen mit Arnikablüten eine ödematöse Dermatitis mit Bläschenbildung hervorrufen. Deshalb darf Arnika nur auf die unverletzte Haut aufgetragen werden. Bei längerer Anwendung können auch bei unverletzter Haut Ekzeme auftreten.
Keine bekannt
Kommission E, ESCOP, WHO (Vol. 3)
Wichtl: Teedrogen und Phytopharmaka, S. 91
Schilcher: Leitfaden Phytotherapie, S. 43
Van Wyk: Handbuch der Arzneipflanzen, S. 53
Kommentar zum Europäischen Arzneibuch (Arnikablüten, Nr. 1391; Arnikatinktur, Nr. 1809)
Arzneipflanzenlexikon
Glossar
Ratgeber