Ätherische Öle sind flüchtige Inhaltsstoffe von Pflanzen bzw. Drogen. Beim Zerreiben der Pflanze werden sie frei, gelangen an die Riechschleimhaut der oberen Nasenwand und reizen dort die Riechnerven. Daraus ergibt sich ein für eine Pflanze bzw. Droge charakteristischer Geruchseindruck, der sich in unserer Vorstellung fest mit der Pflanze verbindet. Ein ätherisches Öl stellt ein kompliziertes Gemisch von Duftstoffen dar. Geruchsdominierend sind meist die Hauptkomponenten des ätherischen Öls, wie z. B. beim Pfefferminzöl das Menthol oder beim Thymianöl das Thymol. Die Bezeichnung „Öl“ rührt von der Tatsache her, dass ätherische Öle wie die fetten Öle nur in lipophilen Lösungsmitteln, dagegen nicht oder nur sehr begrenzt in Wasser löslich sind. Mehr haben diese beiden Öltypen nicht gemeinsam. Die Pflanze lagert ihr ätherisches Öl in sehr speziellen, mikroskopisch erkennbaren zellulären Strukturen ab. Als solche kennt man Ölzellen, Ölbehälter, Ölkanäle und Drüsenschuppen. Man gewinnt ätherische Öle entweder durch Wasserdampfdestillation oder durch Kaltpressung (nur Zitrusöle).